Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing



Im Zuge der Organisationsreform der Bayerischen Polizei hat Niederbayern einen eigenen Schutzbereich mit neuem Polizeipräsidium in Straubing erhalten. Seinen Sitz hat das Polizeipräsidium Niederbayern in den neubarocken Gebäuden einer ehemaligen Kasernenanlage aus dem frühen 20. Jahrhundert. 13,2 Mio. Euro investierte der Freistaat Bayern in die Sanierung und den Umbau der zuletzt als Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei genutzten Gebäude an der Wittelsbacher Höhe 9 und 11.

In einer Bauzeit von knapp zwei Jahren wurden auf rund 3.900 m2 Nutzfläche die erforderlichen Diensträume für das Polizeipräsidium geschaffen. Herzstück ist die etwa 500 m2 große Einsatzzentrale mit moderner Alarmierungstechnik, die alle Notrufe entgegenimmt und zentral den Einsatz der Polizeikräfte im Regierungsbezirks steuert.
Die Einsatzzentrale und ihre umfangreiche Betriebstechnik machten erhebliche Eingriffe in die vorhandene Baustruktur notwendig. Die Ertüchtigung sowie die Auswechslung einer Vielzahl von Decken, die nachträgliche Unterkellerung des Ostflügels von Gebäude 9, der Einbau notwendiger Lüftungstechnik und die Herstellung hoher sicherheitstechnischer Standards in der Betriebstechnik und der Baukonstruktion stellten vielfältige Herausforderungen an die Architekten und Ingenieure, zumal die historische Bausubstanz und das Erscheinungsbild weitestgehend zu erhalten waren.
Eine Wärmedämmung auf der Innenseite der denkmalgeschützten Fassaden und neue Isolierverglasungen an den bestehenden Fenstern reduzieren den Verbrauch an Heizenergie, die nun über das Fernheiznetz der Stadt Straubing geliefert wird, deutlich. Die Kühlung der technisch hoch installierten Räume erfolgt mit Grundwasser aus 15 bis 30 m Tiefe über eine geothermische Analge. Damit können gegenüber einer konventionellen Erzeugung des Kältebedarfs ca. 16 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden.

Die beiden dreigeschossigen Gebäude Wittelsbacher Höhe 9 und 11 sind zwei von ursprünglich fünf als Mannschaftsgebäude in den Jahren 1910 bis 1915 errichteten Wohnbauten der ehem. Eskadronkaserne, in der seit 1907 das Bayerische 7. Chevauxleger-Regiment „Prinz Alfons“ stationiert war. Die Formensprache mit Mansarddächern, kurzen Seitenflügeln und neubarocker Fassadengliederung ist charakteristisch für die Prinzregentenzeit auch im Militärbauwesen.


Beeindruckend ist auch das Kunstobjekt, das im Rahmen eines Wettbewerbes zur Kunst am Bau realisiert wurde. Der Künstler Jörg Bachinger aus Parkstetten schuf eine vier Meter hohe und über sechs Tonnen schwere Stahlskulptur als kraftvollen Ruhepol am Gebäudeeingang zum Polizeipräsidium. Fünf vertikal gestellte, zum Teil geneigte massive Stahlelemente, die in ihrer formalen Gestaltung und Anordnung Komprimierung und Bündelung ausdrücken, weisen symbolisch auf die Schnittstellenfunktion und die Kompetenzbündelung an dem neuen Polizeipräsidium hin.