Bayerwaldkaserne in Regen

Umbau und Erweiterung für die Sanitätsstaffel Regen




Aufgrund bundeswehrinterner Umstrukturierungsmaßnahmen wurde der Sanitätsbereich in der Bayerwaldkaserne Regen zur Sanitätsstaffel aufgestuft. Zur Erfüllung des damit verbundenen Raumbedarfs waren umfangreiche Umbau- und Anpassungsmaßnahmen im Altbau sowie die Errichtung eines Erweiterungsbaus notwendig.


Die Sanitätsstaffel Regen gehört als eigenständige Einheit zum Sanitätszentrum Feldkirchen. Sie stellt die allgemeine truppenärztliche und truppenzahnärztliche Versorgung am Standort Regen für das dort stationierte Panzergrenadierbataillon 112 sicher. Behandelt werden überwiegend orthopädische, chirurgische, Hals-Nasen-Ohren-ärztliche und allgemeininternistische Fälle. Neben der kurativen Medizin ist besonders auch die prophylaktische Komponente der Versorgung wichtig. So werden die Soldaten auf jeden Auslandseinsatz sanitätsdienstlich besonders vorbereitet, z. B. durch ein umfangreiches Impfprogramm einschließlich seltener tropenmedizinischer Impfungen. Aktuell ist die Sanitätsstaffel Regen eine der modernsten Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr. Die personelle und materielle Ausstattung ist mit einer großen Facharztpraxis vergleichbar. An die Sanitätsstaffel Regen angegliedert sind Sanitätstrupps des Sanitätszentrums Feldkirchen, die mit eigenem Fahrzeugpool die Sanitätsstaffel Regen mobil ergänzen, um die Versorgung und die Ausbildung sicher zu stellen.
Die Entwurfsplanung stimmte das Staatliche Bauamt Passau unter Berücksichtigung der hy-gienischen Vorgaben eng mit dem zuständigen Sanitätskommando ab. Die Erweiterung er-gänzt den Altbau zu einem T-förmigen Baukörper mit neu gestaltetem Eingangsbereich. Aufgrund der Hanglage nach Süden konnte die Anbindung an den Altbau auf zwei Ebenen im Untergeschoss und im Erdgeschoss geschaffen werden. Hierdurch lassen sich der ambulante Bereich und der Unterkunftsbereich getrennt erschließen. Das angegliederte Treppenhaus im Verbindungsbau ermöglicht auf kurzem Weg die interne Verbindung.


Die Ambulanz (ärztlicher und zahnärztlicher Dienst) ist im Erdgeschoss zusammengefasst und vom zentralen Empfangsbereich direkt vom Haupteingang im Altbau aus erschlossen. Im Obergeschoss des Altbaus befinden sich Büro- und Geschäftsräume sowie der Aufenthaltsbereich für das Personal. Im Hanggeschoss des Neubaus wurden die geforderten Unterkunftsräume geschaffen.
Durch die Abwicklung der Maßnahme in zwei Bauabschnitten war es möglich, die ärztliche Versorgung auch während der Bauzeit am Standort sicher zu stellen und gleichzeitig eine kostenintensive Auslagerung zu vermeiden. Der Neubau ist erweiterungsfähig konzipiert und in Massivbauweise errichtet. Für die Gesamtbaumaßnahme wurde ein ganzheitliches Brandschutzkonzept erstellt und umgesetzt. Die Vorgaben der geltenden Energieeinsparverordnung wurden für beide Bauabschnitte erfüllt.


Planungsbeteiligte:  
   
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland - Bundesministerium der Verteidigung -
   
Nutzer: Sanitätsstaffel Regen
   
Projektleitung und Entwurfsplanung: Staatliches Bauamt Passau
   
Ausführungsplanung, Ausschreibung und örtliche Bauleitung: AB Thomas Schmied,
Landrichterstraße 16, 94034 Passau
   
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Bertsche,
Taferstbergstraße 5, 94267 Prackenbach
   
Projekt HLS: Ingenieurbüro BHP,
Pfingstreiterstraße 166, 94555 Bad Kötzting
   
Projekt Elektro: Ingenieurbüro ELMA,
Vornholzstraße 50, 94036 Passau
   
Bauabschnitt 1 (Erweiterungsbau):  
   
Nettogrundrissfläche: 555 m²
   
Bruttogeschoßfläche: 659 m³
   
Bruttorauminhalt: 2.460 m³
   
Bauzeit: 10/2008 - 06/2011
Gesamtbaukosten: 1.145 Mio. Euro
   
   
Bauabschnitt 2 (Umbau und Sanierung Altbau):  
   
Nettogrundrissfläche: 1.024 m²
   
Bruttogeschoßfläche: 1.356 m²
   
Bruttorauminhalt: 4.730 m²
   
Bauzeit: 04/2010 - 06/2012
   
Gesamtbaukosten: 1.143 Mio. Euro
   
Impressum:  
Fotos: Marcel Peda,
Tittlinger Straße 19,
94034 Passau
Text: Wolfgang Kinateder,
Staatliches Bauamt Passau