Neubau der Straßenmeisterei Deggendorf mit zentralem Gerätehof


Die bundeseigene Straßenmeisterei Deggendorf ist zuständig für den Straßenunterhalt und den Winterdienst auf 246 km Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis Deggendorf sowie in Teilen des Landkreises Regen. Ein in die Anlage integrierter zentraler Gerätehof, eine Betriebswerkstätte für Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten an Fahrzeugen und Geräten, betreut neben der Straßenmeisterei Deggendorf drei weitere Straßenmeistereien im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamtes Passau.
Von 1948 bis 2007 war die Straßenmeisterei in der Innenstadt von Deggendorf angesiedelt. Aufgrund des inzwischen notwendigen hohen Sanierungsbedarfs an der Bausubstanz und der ungünstigen Innenstadtlage fiel im Jahr 2003 die Entscheidung zugunsten eines Neubaus am Stadtrand von Deggendorf im Ortsteil Niederkandelbach. Der neue Standort liegt verkehrsgünstig, da er sowohl an die bestehende B 11, als auch an die geplante Trasse der B 11 „neu“ direkt angrenzt.

Die Baumaßnahme umfasst den Neubau eines Büro- und Werkstattgebäudes sowie einer Mehrzweck- und Gerätehalle. Die Neubauten gruppieren sich als lang gestreckte Gebäudeelemente mit flach geneigten Pultdächern um einen zentralen Innenhof. Dabei setzt sich das Bürogebäude der Straßenmeisterei farblich im typischen „Straßenbau-Orange“ von der übrigen Bebauung ab. Durch modulares Bauen mit vorgefertigten Bauteilen wurde eine sparsame, wirtschaftliche Bauweise bei kurzer Bauzeit erreicht. Eine am früheren Standort bestehende Streuguthalle wurde ebenfalls in den Ortsteil Niederkandelbach umgesetzt.
Großer Wert wurde bei der Planung auf sparsamen Energieverbrauch gelegt. Neben Baustoffen mit hohem Wärmedämmgrad, die die Wärmeverluste minimieren, gehört zum Energiekonzept auch die intensive Nutzung erneuerbarer Energien. Die Warmwasserversorgung erfolgt über eine solarthermische Anlage und für die Belüftung der Sanitär- und Umkleideräume im Büro- und Werkstattgebäude sorgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. In der Fahrzeugwaschanlage kommt ausschließlich Regenwasser aus einer eigenen Zisterne zum Einsatz.

Bauherr: Bayerisches Staatsministerium des Innern
   
Entwurfsplanung: Staatliches Bauamt Passau
Ausführungsplanung: Architekturbüro Köckeis, Deggendorf
Baukosten: 4,85 Mio. Euro
Fertigstellung: Oktober 2010