Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing

2. BA Betriebshof und Forschungsgewächshaus


Das Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, eine Einrichtung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ist die bayerische Institution der praxisorientierten Forschung in den Bereichen der Anbauverfahren für Energie- und Rohstoffpflanzen sowie der Technologie nachwachsender Rohstoffe. Es ist außerdem Bewilligungsstelle für die Förderung nachwachsender Rohstoffe.

Bereits in einem ersten Bauabschnitt realisierte das Staatliche Bauamt Passau, das für die bauliche Umsetzung der Neubauten des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe verantwortlich ist, mit Gesamtkosten von 5,9 Mio. Euro das „Technikum“, das im Oktober 2005 den Betrieb aufgenommen hat. Mit dem zweiten Bauabschnitt wurden mit einem Investitionsvolumen von rund 6,5 Mio. Euro der zugehörige Betriebshof, ein Forschungsgewächshaus mit Nebengebäuden, Lagerhallen und die Außenanlagen errichtet.
Die Gebäudeplanung für das Technologie- und Förderzentrum beauftragte das Staatliche Bauamt Passau nach einem europaweit ausgelobten Auswahlverfahren an das Stuttgarter Architekturbüro Jockers Architekten BDA, die die vielfältigen Funktionen zu einem städtebaulich ansprechenden Gebäudeensemble zusammenfügten. Die Abstimmung der Planung und der Bauausführung der Anlage mit dem Bauvorhaben einer Tiefgarage, die die Stadt Straubing unter dem Betriebshof gleichzeitig realisierte, stellte dabei eine besondere Herausforderung dar.

Bei den Neubauten des zweiten Bauabschnittes kamen nachwachsende Rohstoffe vielfältig zum Einsatz, soweit nicht der Brandschutz oder die Bauphysik höhere Anforderungen an die Baukonstruktion stellten. Die Fassaden der beheizten Gebäude erhielten eine Wärmedämmung aus Holzfaserplatten und Holzleistenschalungen als Fassadenbekleidung. Bei den Lagerhallen mit wechselnden Anforderungen an die Beschickung dienen gestapelte Blockbohlen in Stahlstützenführungen als - bei Bedarf veränderbare - Außenwände. Die Dachtragwerke der nur flach geneigten Dächer sind weitgehend in Holz konstruiert und in der gesamten Anlage als Gründach ausgeführt. Auch der Innenausbau erfolgte weitgehend in Holz und aus Holzwerkstoffen.
Die Auseinandersetzung mit den Forschungsinhal-
ten zu den nachwachsenden Rohstoffen suchte auch die Künstlerin Christine Sabel aus Burglengenfeld. Mit ihrer raumbildenden Plastik aus rechtwinkelig zueinander angeordneten Glaswänden in der Form von Viertelkreisen, die an der Zufahrt zum Kompetenzzentrum den „Kreislauf der Natur“ thematisieren, gewann sie im September 2008 den Kunstwettbewerb für das Technologie- und Förderzentrum.

Bauherr: Bayerisches Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Planung und Bauleitung: Jockers Architekten, Stuttgart
Baukosten: 6,5 Mio. Euro
Fertigstellung: Oktober 2009