Jugendwaldheim Wessely-Haus

Errichtung eines Seminargebäudes und Durchführung von Umbau- und Sanierungs-maßnahmen im Bestand




Das in der Gemeinde Hohenau im Landkreis Freyung-Grafenau gelegene „Jugendwaldheim Wessely-Haus“ ist die erste und älteste Umweltbildungseinrichtung des Nationalparks Bayerischer Wald. Es liegt an der Nationalparkstraße zwischen dem Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau und der Ortschaft Mauth idyllisch am Rande des Nationalparks. Von drei Seiten her schließt sich der Wald schützend an und bietet somit beste Voraussetzungen für ein ungestörtes Naturerlebnis. Schulklassen können hier im Rahmen eines einwöchigen Aufenthaltes der Natur mit allen Sinnen begegnen, sowie den Nationalpark mit seinen Aufgaben und Zielen unter fachkundiger Betreuung kennenlernen. Bis zu 58 Personen können in dieser Jugendbildungsstätte untergebracht werden.

Die beiden ehemaligen Zollgebäude des ursprünglichen Gebäudebestandes wurden im Jahr 1937 errichtet, aber schon zu Kriegsbeginn wieder aufgegeben. Sie standen einige Jahre leer, bis sie dann nach dem Krieg von der Bayerischen Staatsforstverwaltung übernommen wurden. Nachdem der Nationalpark 1974 die Liegenschaft übernommen hatte, wurden die beiden Gebäude durch einen Zwischenbau (den heutigen Speisesaal und die Küche) miteinander verbunden, sowie eine Hausmeisterwohnung eingerichtet. Die Kosten des damaligen Umbaues beliefen sich einschließlich der Erstausstattung auf 1 Mio. DM.
Im Frühjahr 1975 bezog die erste Gruppe die Räume des Jugendwaldheims: die „Keimzelle“ der Umweltbildung im Nationalpark war geschaffen.




In den Jahren 1993/94 konnte durch eine großzügige Erbschaft von der Familie Wessely aus München das Jugendwaldheim in seiner Kapazität erweitert, modernisiert und dem gewandelten Auftrag entsprechend zu einer waldökologischen Bildungsstätte und einem Zentrum der Schulklassenbetreuung im Nationalpark weiterentwickelt werden. Es wurde hierbei ein Mehrzweckraum/Pavillion errichtet, das Dachgeschoß im Beherbergungstrakt ausgebaut und eine neue Heizung eingebaut (Gesamtkosten: 1,3 Mio.DM). Bis heute waren etwa 1750 Gruppen mit über 40.000 Teilnehmern zu Gast. Allein seit 1995 konnte das Jugendwaldheim 100.000 Übernachtungen verbuchen.

Mit einem Gesamtkostenrahmen von 780.000,00 EURO wurde nunmehr in den Jahren 2009/10 noch ein modernes Seminargebäude mit PC-Schulungssraum, Seminarraum, Nebenräumen und einer WC-Anlage einschl. Behinderten-WC errichtet und durch ein neues Treppenhaus an den Bestand direkt angeschlossen. Diese Maßnahme wurde über ein „EU-Interreg-IVa-Bayern-Österreich-Projekt“ gefördert. Das Gebäude verfügt über eine Nettogrundrissfläche von 275 m2. Der umbaute Raum beträgt 1280 m3. Das Seminargebäude wurde in Holzbauweise unter Beachtung baubiologischer Grundsätze errichtet. Damit ver-bunden war auch eine Weiterentwicklung des bisherigen pädagogischen Konzeptes und eine Ausweitung der Zielgruppen bis hin zur Oberstufe der unterschiedlichen Schultypen. Über die Begeisterung der Jugendlichen für Technik sollen diese wieder in Projekttagen bzw. Projektwochen an die Natur herangeführt werden.

Parallell hierzu wurden von 2007 bis 2011 die vorhandenen Gebäude mit einem Kostenvo-lumen von 1.000.000,00 EURO brandschutzfachlich auf den neuesten technischen Stand gebracht. So wurde unter anderem ein notwendiges Fluchttreppenhaus am Unterkunftstrakt errichtet, eine flächendeckende Brandmeldeanlage installiert, ein Feuerlöschteich angelegt und die vorhandenen Brandabschnitte baulich ertüchtigt. Weiterhin wurde eine umweltfreundliche Pelletheizung installiert und die Nassräume saniert.


Planungs- und Baudaten:

"Errichtung eines Seminargebäudes" "Bauunterhaltungsmaßnahmen im Bestand / Brandschutzmaßnahmen,
Sanierung der Naßräume und Einbau einer Pelletheizung"
Planungsauftrag: Januar 2009    
Bauzeit:
(Neubau Seminargebäude)
09/2009 - 08/2010 Bauzeit: 04/2007 - 10/2011
Baukosten:
(Neubau Seminargebäude)
780.000 Euro Baukosten: 1.000.000 Euro
Nettogeschoßfläche/NGF:
(Seminargebäude)
275 m² Nettogeschoßfläche/NGF:
(Altbestand)
1.220 m²
Bruttorauminhalt:
(Seminargebäude)
1.280 m³ Bruttorauminhalt:
(Altbestand)
4.490 m³
  Entwurfsplanung
und Projektleitung:
Staatliches Bauamt Passau
     
  Ausführungsplanung
und Bauleitung:
Architekt Klaus Meyer / Dommelstadl
     
  Statik: IB Gibis / Mauth
     
  Sicherheits-koordinator: IB ASID / Neuschönau
     
  Projekt Elektro: IB Nigl & Mader / Röhrnbach
     
  Projekt HLS: IB Rabenbauer / Passau
     
  Projekt
Ingenieurbau:
Staatliches Bauamt Passau
     
  Fotos: Marcel Peda / Passau