Sanierung und Umbau der Innsteghalle zu einem Prüfungs- und Seminargebäude



Im Oktober 2008 konnte das Staatliche Bauamt Passau die fertig gestellte Innsteg-Aula der Universität Passau zur Nutzung übergeben.
Das 1889 für die Nikolaikaserne errichtete „Exerzierhaus“ wurde nach wechselvoller Geschichte und vielfältigen Nutzungen als Reithalle, Lazarett, Fahrzeughalle und Schulsporthalle, zuletzt als Behelfsbibliothek von der Universität Passau genutzt. Die ursprünglich zum Abriss vorgesehene Backsteinhalle konnte mit Hilfe des Landesamtes für Denkmalpflege gerettet und für den dringend benötigten Raumbedarf der Universität nach den vom Bauamt erstellten Planungen als Prüfungs- und Seminargebäude umgebaut werden.
Das neue Nutzungskonzept ist sowohl für die Universität als auch für das „Baudenkmal Innsteg-Aula“ ein Gewinn. Der Bedarf an großflächigen Räumen ermöglichte durch den Abbruch nachträglich eingezogener Decken und Wände im Inneren den ursprünglichen Hallencharakter weitgehend wiederherzustellen und das historische Dachtragwerk sichtbar zu machen. Auch außen wurde der Baukörper von den nachträglich hinzugekommenen Anbauten – der Hausmeisterwohnung im Osten und dem Heizhaus im Süden – befreit. Der Hallenbau erhielt dadurch seinen repräsentativen Charakter wieder zurück.
Zum Umbaukonzept des Staatlichen Bauamtes gehört der Einbau einer rein mineralischen Innendämmung, die Installation einer Fußbodenheizung, die über das Fernwärmenetz der Universität versorgt wird, sowie die Anordnung eines über die gesamte Hallenlänge verlaufenden Oberlichtbandes, das trotz der großen Flächen genügend Licht in die Halle bringt, um tagsüber auf Kunstlicht verzichten zu können. Die neuen Fenster bestehen aus Isolierglas-Lamellen, die sich öffnen lassen, ohne dass die innenseitigen Sonnenschutzraffstores hochgefahren werden müssen. Ein äußerer Sonnenschutz kam auf Grund der reich gegliederten Backsteinfassade nicht in Frage. Da die Innsteg–Aula baurechtlich als Versammlungsstätte anzusehen ist, wurden die notwendigen zweiten Fluchtwege ins Freie so geplant, dass die Ausgänge auf der Südseite auf eine neu geschaffene Holzterrasse führen. Mit attraktiven Sitzstufen zum Innufer hin bietet die Innsteg–Aula jetzt auch in den Außenanlagen eine besondere Aufenthaltsqualität.
Die Kosten des Ausbaus betragen ca. 1 Mio. €. Vor dem Hintergrund, dass insgesamt ca. 960 m² neuwertige, modern ausgestattete Nutzflächen unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes geschaffen wurden, konnte das Staatliche Bauamt Passau selbst bei Hinzurechnung der Instandsetzungsmaßnahmen für die zum Teil stark geschädigte Bausubstanz die Ansätze für vergleichbare Neubauten um rund 40% unterschreiten.

Bauherr: Bayerisches Staatsministerium
für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Nutzfläche: 960 m²
Bruttorauminhalt: 8.200 m³