B 85; Dettenbachtalbrücke bei Neukirchen v. Wald


Die Dettenbachtalbrücke ist eine 163 m lange 5-Feld-Brücke mit Einzelstützweiten von
29,15 m + 3 x 35 m + 29,15 m.

Die Brücke ist deutschlandweit das erste Bauwerk bei der interne Spannglieder ohne Verbund an einer langen Talbrücke mit Plattenbalkenquerschnitt aus Ortbeton und in Bauabschnitten erstellt, eingesetz werden.

Als wesentliche Vorteile der Bauweise mit verbundlosen Spanngliedern im Betonquerschnitt sind der werkseitige zweifache Korrosionsschutz (PE-Ummantelung) der Spannglieder, die einfache Kontrolle und Prüfung der Spannkraft, sowie das Nachspannen oder Austauschen der Spannglieder ohne größeren Aufwand zu nennen.
Erfahrungen wurden bisher bei Brücken mit mittellangen Spanngliedern (l ≤ 100 m) gesammelt, bei der Dettenbachtalbrücke wird die Austauschbarkeit der mehr als 160 m langen und 9-fach umgelenkten Spannglieder durch einen Werks- und Feldversuch nachgewiesen. Hierzu wurde eine Verwendungsgenehmigung im Einzelfall beantragt, die mittlerweile nach erfolgreich durchgeführtem Werksversuch erteilt worden ist.

Der zweistegige gestaltete Plattenbalken (h = 1,80 m) wird in Ortbeton in 2 Bauabschnitten erstellt.

Das Vorspannkonzept sieht eine Kombination aus Vorspannung mit nachträglichem Verbund sowie verbundlos intern geführter Vorspannung vor.
Monolitze
Es kommen Monolitzen mit Schutzummantelung und Hüllrohr der Fa. Suspa DSI zum Einsatz. Die Monolitze ist mit Korrosionsschutzmasse in einem inneren Hüllrohr eingebettet. Zwischen innerem und äußerem Hüllrohr dient eine Talkumschicht als Gleitfläche.
Beim Auswechseln wird die ummantelte Monolitze aus dem äußeren Hüllrohr ausgezogen und durch eine neue Litze mit dem selben Korrosionsschutz ersetzt.

Die Mehrkosten der Bauweise liegen bei 3.8 %.

Zusammenfassung und Ausblick
 
Nach den beiden Hohlkastenbrücken mit externer Vorspannung (Talbrücke Ruderting, Höllthalbrücke), einer Fertigteileinfeldbrücke mit internen verbundlosen Spanngliedern bei einer Kreisstraßenüberführung bei Griesbach und der Stegverstärkung der Vorlandbrücke einer Passauer Donaubrücke hat das Staatliche Bauamt Passau ausreichende und bisher gute Erfahrungen mit der Bauweise verbundloser Vorspannung gesammelt.

Die Dettenbachtalbrücke zeigt, dass die Bauweise auch bei langen Spannbetonbrücken mit Plattenbalkenquerschnitt technisch problemlos und wirtschaftlich in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden kann.

Mit dem Pilotprojekt werden die positiven Erfahrungen der bestehenden Bauwerke weiter entwickelt und es ist zu hoffen, dass die Bauweise wegen der späteren einfachen und wirtschaftlichen Unterhaltung bei gleichzeitig ansprechender Gestaltung weiterhin gefördert wird.

Am Bau beteiligt waren neben der Bundesrepublik Deutschland als Bauherr und dem Staatlichen Bauamt Passau für die Bauleitung bei der Dettenbachtalbrücke:
Entwurfs- und Tragwerksplanung:   Ing. Büro Prof. Bulicek, Passau
Prüfingenieur:   Prof. Zilch, München
Auftragnehmer:   Fa. Berger, Passau
Spannsystem:   Fa. Suspa-DSI, Langenfeld