B 85; Holzbrücke bei Neukirchen v. Wald

Nach der Holzbrücke Ruderting (Baujahr 1998/99) entstand mit der Holzbrücke Neukirchen v. Wald in nur rd. 5 km Entfernung eine weitere Überführung eines öffentlichen Feld- und Waldweges in Holzbauweise und somit im Vergleich zu einer Massivbrücke ein gefälliges, leicht wirkendes Bauwerk.

Das Bauwerk Ruderting hat gezeigt, dass bei ausreichendem, sorgfältig geplantem und ausgeführtem konstruktivem Holzschutz dauerhafte Holzbrücken errichtet werden können.

Die Weiterentwicklung gegenüber Ruderting liegt im hauptsächlichen in der doppelten Abdichtung (Tragwerks- bzw. Verschleißebene) sowie in der Bekleidung der außenliegenden Tragwerkselemente der Holzplatte.

Als geschütztes Bauwerk erreicht die Brücke eine theoretische Lebensdauer von 80 Jahren (Tabelle 1 des Abschlußberichtes Musterzeichnungen der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung DGfH).

Die jährlichen Unterhaltungskosten p sind in dem Bericht mit 1,3 angesetzt (Zum Vergleich gemäß Ablöserichtlinien: Stahlbetonüberbau p = 0,8).

Die Holzbrücke Neukirchen v. W. mit einer Gesamtstützweite des Durchlaufträgers von 27 m und Einzelstützweiten von 6 m + 15 m +6 m besitzt eine Traglast, die nach DIN FB 101 der alten Bezeichnung Brückenklasse 60 entspricht.

Die Tragebene des Überbaues ist eine kreuzweise verleimte Brettschichtplatte (d = 24 cm), die auf Brettschichtlängsträger geklebt wird.

Der werksgefertigte Überbau wird in 2 Teilen auf die Baustelle geliefert und dort montiert.
Die Tragwerksebene und die Verschleißebene erhalten je eine doppellagige Abdichtung.


Diese Abdichtung besteht aus der direkten Schutzlage auf der Holzplatte, einer 2-lagigen Bitumenbahnabdichtung. Darauf wird eine 4 cm starke, quer zur Fahrbahnrichtung verlegte Lattung (Abstand 12 cm) als Belüftungsebene aufgebracht.

Die anschließende 4 cm starke Baufurnierplatte dient der Lastverteilung.
Der Deckenaufbau nach ZTV Bel besteht wiederum aus 2-lagiger Bitumenbahn und einer Asphalt- Schutz- und Deckschicht.

Die Kappen aus Betonfertigteilen werden durch Stahllaschen und Telleranker mit der Holzplatte verbunden.

Die Kosten pro m2 Brückenfläche betragen 1.665,- € gegenüber einem Stahlbetonmassivbauwerk sind das ca. 4,7 % Mehrkosten.

Im Vergleich der tatsächlich angefallenen jährlichen Unterhaltskosten der letzten 10 Jahre liegen die Holzbrücken deutlich unter den Ansätzen der Ablöserichtlinien des DGfH.

Mit dem Pilotprojekt werden die positiven Erfahrungen der bestehenden Bauwerke weiter entwickelt und es ist zu hoffen, dass die Bauweise wegen der späteren einfachen und wirtschaftlichen Unterhaltung bei gleichzeitig ansprechender Gestaltung weiterhin gefördert wird.

Am Bau beteiligt waren neben der Bundesrepublik Deutschland als Bauherr und dem Staatlichen Bauamt Passau für die Bauleitung bei der Holzbrücke Neukirchen v. Wald:

Planung:   Staatliches Bauamt Passau
Vorstatik:   Ing. Büro Bauart,
Prof. Winter, Lauterbach
Entwurfsplanung:   Staatliches Bauamt Passau
Prüfingenieur:   Prof. Kreuzinger, München
Auftragnehmer: Betonbau: Fa. Rädlinger, Vilshofen
  Holzbau: Fa. Großmann, Rosenheim