Schwerlastbrücken aus Holz in Ruderting, Neukirchen vorm Wald und Hengersberg

1. Einleitung

Mit dem Hintergrund „Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“ hat das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1997 zusammen mit der Obersten Baubehörde den Anstoß für den Bau von Holzbrücken gegeben. Als Vorgaben wurden die Eignung für den Schwerverkehr und die Übertragung der langjährigen Erfahrungen aus dem Massivbrückenbau auch auf den Holzbrückenbau formuliert. Als geeigneter Querschnitt aus statischer Sicht hat sich der mehrstegige Plattenbalken erwiesen.
Die größte Schwierigkeit bei der Holzbauweise im Vergleich zum Massivbau ist die Aufnahme der hohen Anpralllast des LKW (100 kN). In der Praxis bedeutet das, dass diese Kräfte durch einen starren Schrammbord auf eine weiche Holzfahrbahntafel abgetragen werden, ohne die Abdichtung des Bauwerkes zu beschädigen. Entgegen anderweitiger Tendenzen in Österreich und der Schweiz - dort werden Holzbrücken mit Betonfahrbahnplatte gebaut - besteht in Bayern weiterhin das Bestreben, eine reine Holzbrücke, die die genannten Anforderungen erfüllt, zu entwickeln.


2. Die Holzbrücken Ruderting und Neukirchen vorm Wald

Als 1998 die Holzbrücke Ruderting gebaut worden ist, war die Verwendung von Stabdübeln Stand der Technik. Diese wurden sowohl beim Plattenbalken und der Fahrbahnplatte als auch bei den Kappen und der Fahrbahnplatte als Verbindungsmittel eingesetzt. Die Fahrbahnplatte bestand aus orthogonal verleimten Brettschichtholz mit unten liegender Kerto-platte. Bei einer wegen der Ausschreibung der Holzbrücke in Neukirchen v. Wald vorgezogenen Brückenprüfung sind Schäden zutage getreten, die auf kleinere Mängel und Fehler zurückzuführen waren.



Holzbrücke Ruderting - Untersicht