Symbolbild Straßensperrung
Symbolbild Straßensperrung © Staatliches Bauamt Passau / Süß

Die Baustellensaison beginnt: Manchmal geht´s nur mit Vollsperrung

Grundlagen für die Einrichtung von Straßenbaustellen sind die Arbeitsstättenverordnung und die Arbeitsstättenregel ASR A5.2, die die Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege auf Baustellen im Grenzbereich zum Straßenverkehr festlegt. Hinzu kommen die Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA). Um eine möglichst sichere Arbeitsumgebung für die Beschäftigten zu schaffen, werden so zum Beispiel der Sicherheitsabstand der Beschäftigten zum fließenden Verkehr und die Verkehrsführung an Baustellen laut Straßenverkehrsordnung geregelt.

Auch für Verkehrsteilnehmer ist es sicherer, wenn sie eine Baustelle mit Fräskanten, abgestellten Maschinen und Geräten, abgegrabenem Bankett und fehlenden Schutzeinrichtungen umfahren. Zudem lassen sich bei Beachtung der Umleitungen natürlich Bußgelder vermeiden.

Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten

Wird die ASR A5.2 konsequent umgesetzt, ist eine Vollsperrung oft unvermeidlich. Dann kommen auf die Verkehrsteilnehmer oftmals lange Umleitungsstrecken zu. „Straßensanierungen lassen sich ohne Sperrungen meist nicht umsetzen. Wir versuchen jedoch stets, die Beeinträchtigungen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner so gering wie möglich zu halten“, erklärt Ltd. Baudirektor Norbert Sterl, der Leiter des Staatlichen Bauamts Passau.

Höhere Qualität, geringere Kosten, mehr Sicherheit

Wer eine halbe Stunde früher losfahren muss oder sich mit anderen Umleitungsfahrern im Stau wiederfindet, hat zunächst wenig Verständnis dafür. Doch die Vollsperrung bringt letzten Endes auch für den Verkehrsteilnehmer deutliche Vorteile: Fahrbahnbeläge auf Landstraßen, die unter Vollsperrung eingebaut werden, können ohne Mittelnaht asphaltiert werden. Dadurch erreicht der Straßenbelag eine höhere Qualität, ebenso lässt sich so der Sanierungszyklus einer Straße verlängern.

Bei Vollsperrungen können die Arbeiten ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen für den Straßenverkehr und oft auch mit größerem Gerät ausgeführt werden. So lässt sich die Bauzeit verringern und damit auch die Zeit, in der die Verkehrsteilnehmer durch die Baustelle eingeschränkt sind. Kosten für die Baustellensicherung lassen sich reduzieren, der effektivere Einsatz von Maschinen und Geräten trägt ebenfalls zu einer Kostenreduzierung bei.

Nicht zuletzt dient die Vollsperrung eines Baustellenbereichs auch der Sicherheit – Unfälle in Baustellen mit Sachschäden und / oder verletzten Bauarbeitern oder Verkehrsteilnehmern sind leider keine Seltenheit. Eine Vollsperrung mit einer gut ausgeschilderten Umleitung reduziert dieses Risiko.

Wo es möglich ist, wird mit halbseitigen Sperrungen gearbeitet. Das geht zum Beispiel bei Instandsetzungsarbeiten am Bankett oder bei reinen Markierungs- oder Schutzplankenarbeiten. Erforderlich ist dies manchmal auch, wenn keine geeigneten Umleitungsstrecken in einem zumutbaren Umkreis vorhanden sind. Auch Warnposten mit Warnflagge oder Geschwindigkeitsbeschränkungen bis Tempo 10 km/h sind möglich. Im Vordergrund steht die Sicherheit der Arbeiter – und die sollte auch den Autofahrern etwas wert sein.

Tagesaktuelle Informationen

Tagesaktuelle Informationen zu Straßensperrungen und Umleitungen in ganz Bayern finden Sie unter www.bayerninfo.de