25.09.2026
Vàclav Fiala vor dem „Mittelstück“ des Obelisken: Die Skulptur setzt sich aus drei Teilen zu-sammen.
Vàclav Fiala vor dem „Mittelstück“ des Obelisken: Die Skulptur setzt sich aus drei Teilen zu-sammen. © Staatliches Bauamt Passau / Süß

Ein Handelsweg wird zur Skulptur: Im Oktober wird der Obelisk an der OU Vilshofen aufgestellt

Vilshofen bekommt ein neues Wahrzeichen: Ende Oktober wird am Übergang der B 8 zur Ortsumgehung ein 10,4 Meter hoher, goldfarbener Obelisk aufgestellt. Die Skulptur des Künstlers Vàclav Fiala aus dem tschechischen Klatovy erinnert an die historische „Gulden Straß“, einen 104 Kilometer langen Salzhandelsweg, der im 16. Jahrhundert Vilshofen mit Bergreichenstein im heutigen Tschechien verband.

Das Fundament steht bereits am künftigen Standort an der nördlichen Auffahrt zur Ortsumgehung. Das Kunstwerk entsteht derzeit in einer Produktionshalle. Drei große Stahlteile bilden am Ende eine eindrucksvolle Skulptur, die nicht nur zehn Meter in die Höhe ragt, sondern zugleich einen historischen Weg nachzeichnet. Über die „Gulden Straß“, eine historische Handelsroute, wurde im 16. Jahrhundert Salz von Vilshofen in das salzarme Böhmen transportiert.

Die Strecke führte über Hügel und durch Täler bis nach Bergreichenstein und war für die Handelsleute damals alles andere als ein bequemer Weg. „Auf einem geradlinigen Weg zu gehen ist leicht. Waren über Berge zu transportieren stellte jedoch eine außerordentliche körperliche und seelische Belastung dar“, sagt Vàclav Fiala, der die Skulptur als Anerkennung für die Handelsleute sieht, die diesen schwierigen Weg gegangen sind.

Er übersetzt diese historische Verbindung in eine ungewöhnliche Form. Die Windungen seines Obelisken bilden die Steigungen und Senkungen des damaligen Weges ab - im Maßstab 1:10.000. Die 10,4 Meter Höhe der Skulptur entsprechen den 104 Kilometern Länge der historischen Route.

„Mit diesem Obelisken wird aus einem Weg, der heute weitgehend nur noch auf historischen Karten nachvollziehbar ist, ein sichtbares Zeichen am Straßenrand, das die Ortsumgehung Vilshofen als wichtige Infrastrukturmaßnahme des Freistaats Bayern würdigt. Ich freue mich, dass wir dieses außergewöhnliche Kunstwerk trotz schwieriger statischer Herausforderungen umsetzen können“, sagt Ltd. Baudirektor Norbert Sterl, der Leiter des Staatlichen Bauamts Passau.

Die Idee für das Kunstwerk entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, den das Staatliche Bauamt Passau für die künstlerische Gestaltung der Ortsumgehung Vilshofen ausgeschrieben hatte. Zehn Entwürfe wurden in einem anonymen Wettbewerbsverfahren eingereicht. Das Gutachtergremium entschied sich für den Entwurf von Vàclav Fiala.

Für den tschechischen Künstler ist die Arbeit mit Stahl, auch in großen Dimensionen, nichts Ungewöhnliches. Sein Atelier befindet sich im Hangar F einer ehemaligen Militärkaserne in Klatovy. Wo früher Panzer untergebracht waren, entstehen heute Skulpturen und Installationen. Fiala arbeitet vor allem mit Stein, Holz und Stahl.

Die Fertigung des Obelisken hat er jedoch in einen externen Betrieb ausgelagert. In der Produktionshalle stand ausreichend Platz für die großen Stahlteile zur Verfügung. Ein Hebekran machte es möglich, die Elemente während der Schweißarbeiten in die erforderliche Position zu bringen.

Nach Abschluss der Schweißarbeiten folgt der nächste Arbeitsschritt: In Budweis werden die Stahlteile feuerverzinkt. Anschließend erhält die Skulptur ihren goldfarbenen Anstrich.

Ist die Fertigung abgeschlossen, wird es noch einmal spannend: Die 1,5 Tonnen schwere Skulptur wird mit einer Länge von rund zwölf Metern per Sondertransport von Tschechien nach Vils-hofen gebracht, wo sie Ende Oktober aufgestellt wird.