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Für vollen Durchblick und ökologische Vielfalt: Gehölzpflegemaßnahmen entlang der Straßen

Bäume und Sträucher entlang von Straßen erfüllen wichtige Funktionen: Sie dienen als Sicht-, Blend- und Windschutz, sichern Böschungen und binden eine Straße gestalterisch in die Landschaft ein. Oberste Priorität hat aber die Verkehrssicherheit: Bäume und Sträucher dürfen nicht die Sicherheit von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gefährden, indem sie etwa die Sicht auf Schilder, Ampeln oder Kreuzungen verdecken. Abgestorbene Äste können abbrechen und eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer darstellen. Auch eine gewisse Standsicherheit der Bäume muss gegeben sein.

Verkehrssicherheit ist das entscheidende Kriterium

Die Verkehrssicherheit stellen wir durch die regelmäßige Gehölzpflege her. Abgestorbene Äste an Bäumen werden abgeschnitten bzw. abgestorbene Bäume gefällt. Gehölze werden „auf den Stock gesetzt“, das heißt bis auf ca. 20 cm verkürzt, oder ausgedünnt. Der regelmäßige Rückschnitt der Gehölze hilft den Pflanzen sowie den Wurzeln, gesund zu bleiben. Gartenbesitzer kennen das: Nach dem (oft kräftigen) Rückschnitt treiben Sträucher und Bäume umso besser aus. Gesunde, starke Wurzeln festigen die Böden, Böschungen und Dämme kommen nicht so leicht ins Rutschen.

„Die Verkehrssicherheit ist für uns das entscheidende Kriterium. Wir wissen aber auch um das sensible Thema. Damit nur das abgeschnitten wird, was nötig ist, stehen wir im ständigen Dialog mit den Naturschutzbehörden“, erklärt Baudirektor Robert Wufka, Leiter des Staatlichen Bauamts Passau.

Die Grünflächen entlang der Straßen in den vom Staatlichen Bauamt Passau betreuten Landkreisen sind deutlich umfangreicher als die eigentlichen Fahrbahnflächen. Der erforderliche Aufwand für Gehölzpflegearbeiten ist daher so groß, dass er nicht alleine mit eigenen Ressourcen zu leisten ist. Deshalb unterstützen Fachfirmen die Arbeiten. Außerdem werden Spezialgeräte angemietet. Um Geräte und Personal möglichst wirtschaftlich einzusetzen, wird an den jeweiligen Streckenabschnitten zunächst geschnitten oder gefällt. In einem zweiten Schritt transportieren die Mitarbeiter das Schnittgut gebündelt ab.

Aus Gründen des Artenschutzes sind die Gehölzpflegearbeiten durch das Bundesnaturschutzgesetz zeitlich beschränkt. Die Rückschnitte müssen bis Ende Februar abgeschlossen sein.